Immer wieder machten wir uns Gedanken, wie man mehr Menschen für den Erhalt der Streuobstwiesen gewinnen kann. Die Kinder, aber auch viele von uns Erwachsenen wissen heute nicht mehr, wie ungemein wichtig diese Streuobst- wiesen für die Umwelt und damit auch für uns Menschen sind. Dieser Grüngürtel von unseren Vorfahren rund um unsere Gemeinde herum angelegt, wurde in den letzten Jahrzehnten immer mehr zerstückelt und auch kleiner, da viele Obstbäume der Bebauung weichen mussten.

Die Streuobstwiesen sind jedoch nicht nur für uns Menschen als Nahrungs- mittellieferant, sondern auch für viele Vögel und andere Tiere als Lebensraum ungemein wichtig. Deshalb sind wir bewusst auf die Kindergärten und die Schule zugegangen und haben angeboten, den Kindern, dies durch unser Apfelsaftprojekt nahe zu bringen. Wir vom OGV Leutenbach denken, dass man bereits Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter vermitteln sollte, wie wichtig diese Grüngürtel, rund um unsere Gemeinde, auch für uns sind.

 

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Dies ist für die Kinder natürlich immer das Interessanteste, hier kommen auch die meisten Fragen, die wir selbstverständlich ausführlich beantworten

1. Warum wird der Presskorb mit ein Tuch ausgeschlagen?

So verhindert man größere ”Apfelteile” im naturtüben Apfelsaft und man kann den Trester nach dem Pressen besser aus dem Presskorb entfernen

2. Warum werden die Apfelstücke nur etwa 5 cm hoch eingefüllt?

So erreicht man einen höheren Pressdruck auf die Apfelstückchen

  3. Warum werden sie mit dem überstehenden Tuch zugedeckt?

Nur so verhindert man größere ”Apfelteile” im naturtüben Apfelsaft 

 4. Warum legt man genau auf den Innendurchmesser des Presskorbes zugesägte Buchenholzbretter darauf?

Sie sorgen für eine gleichmäßige Verteilung der Presskraft auf die Apfelstückchen

5. Weshalb und warum werden die Schritte 1 bis 4 mehrmals wiederholt?

So wird die Saftausbeute größer

 

6. Warum werden mehrere Balkenabschnitte, jeweils um 90° verdreht daraufgelegt?

Diese übertragen, verteilen den Pressendruck auf die Buchenholzbretter und damit auf die, in das Presstuch eingeschlagenen, Apfelstücke.

 

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Nach kurzer Zeit rinnt dann der erste sehr gut schmeckende, naturtrübe Apfelsaft aus dem unten an der Presse angebrachten Auslaufrohr.

Am Anfang sind die Kinder wegen der trüben Farbe etwas skeptisch, aber nach einem ersten, vorsichtigen Nippen am Saftbecher, überzeugte dann doch der tolle Geschmack.

Viele der Kinder meinten sogar, sie hätten, “Noch nie so einen

 gutschmeckenden Apfelsaft getrunken”

 

!!! Wir erzählen ihnen dann auch , an was das liegt !!!

 

Unser naturtrüber Saft 

-  ist nicht aus billigem Saftkonzentrat und Leitungswasser hergestellt!!!

- enthält wegen der fehlenden Fruchtsäure keine Zitronensäure oder andere Chemikalien !!!

- es ist einfach nur natürlicher Saft und sonst nichts

 

Bitte schauen Sie genau hin, wenn Sie

 Apfelsaft kaufen

Über den Aufdruck auf der Flasche oder dem Tetrapak können Sie sofort sehen, ob der Saft aus heimischem Konzentrat hergestellt wurde. Ist dem Konzentrat Zitronensäure zugesetzt kommt es meist aus China, oder anderen Ländern, dort haben die Apfelsorten keinen so hohen natürlichen Fruchtsäuregehalt, wie wir ihn gewöhnt sind.

Damit er auch uns schmeckt, wird dies mit viel Chemie ausgeglichen

 

7. Warum verwendet Herr Ort eine lange Eisenstange um die Spindel der Presse langsam nach unten zu drehen?

Mit dem großen Verlängerungseisen erreicht er ein höheres Drehmoment (die Kraft von Herrn Ort, multipliziert mit der Länge der Eisenstange, ergibt das Drehmoment). Je höher das Drehmoment, um so höher ist die Press- kraft, um so mehr Saft kann man aus den Apfelstückchen herauspressen.

 

Speziell für die Kinder- gartenkinder ist die Zeit in den Streuobstwiesen eine tolle Sache. Beim Auflesen der Äpfel ent- decken Sie interessante, zum Teil noch unbekann- te Tiere und  Pflanzen. Wir geben dann unser Wissen über diese gerne an sie weiter, hoffen damit ihr Interesse für die Streuobstwiesen und deren Erhalt geweckt zu haben.

Der Pressvorgang

 

Das “Apfelsaftprojekt”

des Obst- und Gartenbauvereins Leutenbach e.V.

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Jedes Jahr im Herbst stellen deshalb immer wieder engagierte OGV-Mitglieder dafür viel ihrer Zeit zur Verfügung, um mit diesen Kindern gemeinsam Äpfel aufzusammeln und ihnen dabei viele interessante Dinge, über die Streuobst- wiesen und was dazu gehört, zu vermitteln.

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Nach dem gemein- samen Aufsammeln der Äpfel, geht es dann zurück zur nahen OGV-Scheuer.

 Hier wird ihnen der nächste Arbeitsgang, vorgestellt.  Gemeinsam mit den Kindern werden die Äpfel gewaschen, dies macht den Kindern natürlich riesig Spaß.

 

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Der nächste Schritt zum Apfelsaft ist das Zerkleinern der frisch gewaschenen Äpfel.

 

Dies geschieht dann mit vereinten Kräften in der Rätzmühle

 

Leutenbach_Rems-Murr-Kreis1
Apfelsaftprojekt
Wappen_Leutenbach_BW